Autor: Katrin Osbelt

Musik und bewegte Bilder

  Musik ist der einfachste Weg des Miteinanderseins. Das wird in einigen meiner Filme deutlich. Mit der Kamera habe ich Musiker während ihrer Konzerte begleitet – zum Beispiel Thomas Fischer, den Organisten der St. Marien Kirche in Bochum, oder den Bratschenspieler Vincent Royer. Aber auch die Auswahl der Musik, mit der ich meine Dokumentationen und Kunstfilme unterlege, beschäftigt mich immer wieder intensiv. Für meinen Kirmes-Film, den ich für den TÜV gedreht habe, schien mir Gustav Mahler passend. Genau dieser Film hat zu einer Künstlerkooperation geführt, die mir ganz neue Dimensionen eröffnet. Zwei Musiker hatten den Film gesehen und wollten einen neuen Soundtrack komponieren. Es handelte sich um Steve Schroyder, einst Mitglied der Elektropop-Pionierband „Tangerine Dream“, und Zeus B. Held von der Krautrockband „Birth Control“. Beide nennen sich nun zusammen „Dream Control“. Sie haben eine neue Musik zum „Kirmes“-Film eingespielt – wir planen weitere gemeinsame Porjekte.

Filmen – meine Leidenschaft

Seit 1970 – mit dem Eintritt in den Studienkreis Film der RUB – drehe ich Filme, und diese Leidenschaft wurde zum zentralen Schaffen meines Lebens. Während meiner Zeit an der RUB entstanden 25-Super-8-Film-Produktionen, die auf internationalen Filmfestivals in New York, Paris, Köln und Bochum liefen. Ich drehte unter anderem Spielfilme wie „Der Sprinter“ (1984), „Der Tag, als die Fische das Aquarium verließen“ (1996), oder Dokumenationen wie „Sehenden Auges“ (2007–2012) oder „Ein Dorf – mitten in der Stadt“ (2013). Hier zeige ich ausgewählte Trailer meiner Werke.

Erfolge, Flops, Fantasmagorien …

Christoph Böll, geboren am 2. September 1949 in Köln, studierte an der Ruhr-Universität Bochum Deutsch und Geschichte. Nach kurzer Zeit trat er in den Studienkreis Film der RUB ein, wodurch sein Interesse an praktischer Filmarbeit stetig wuchs und schließlich zum zentralen Schaffen seines Lebens wird. Es entstehen 25 Super-8-Film-Produktionen, die auf internationalen Filmfestivals in New York, Paris, Köln und Bochum laufen. Im Interview berichtet der Filmemacher über seine lebensprägende Leidenschaft zum bewegten Bild – Erfolge, Flops und Fantasmagorien inklusive …      

Aktuelles!

„Wie schön ist doch der Blick aus meinem Fenster“ ist einer meiner ersten Filme, die ich aus tiefster Intuition gemacht habe. Im Zusammenhang mit meiner Ausstellung „Pforten der Wahrnehmung“ 2015 im Osthaus Museum Hagen habe ich ihn digitalisieren lassen. Die Musiker des Projekts Dream Control – Steve Schroyder, früher Mitglied von Tangerine Dream, und Zeus B. Held, ehemals Birth Control – haben zu dem Film eine gleichsam kraftvolle wie einfühlsame Musik geschrieben. Der Film erzählt sehr viel von meinen Ängsten, meiner Sehnsucht, meinem Ursprung. Er ist auf Super-8 Film gedreht, und ich hatte ihn wohl 30 Jahre nicht mehr gesehen. Er ist einer meiner besten Filme. Den Film anschauen!